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CHATPROTOKOLL: Berlin direkt vom 14. Oktober 2007
berlin direkt: Liebe Chatter, gleich beginnt unser Chat mit dem Politikwissenschaftler Gerd Langguth. Bitte noch einen kleinen Augenblick Geduld! berlin direkt: Wir begrüßen nun unseren heutigen Experten Herrn Langguth, der Ihre Fragen zum Thema SPD, Agenda 2010 und Becks Vorschlag zur Änderung der Bezugsdauer für Arbeitslosengeld I beantwortet. Guten Abend, Herr Langguth! Gerd Langguth: Guten Abend! Summerset: Guten Abend. Angshe davon das ich die ALG ! Diskussion für verkürzt halte. Ist es überahupt wahr, wie Clement behauptet, das 250 000 über 50 Jäahre weniger arbeitslos sind im Sinne eine Tätigkeit gefunden zu haben. Sind nicht viel davon vom Markt, z.B durch die 58er regelung? Gerd Langguth: Tatsache ist, dass erfreulicherweise sehr viele ältere Arbeitslose wieder Arbeit gefunden haben. Die Gesamtstatistik liegt mir nicht vor patrickgrauelJU: wo sehen Sie eine Lösung im Parteienstreit zum ALG1/2, es gibt in der CDU auch einen Antrag zur Verlängerung des ALG. Gerd Langguth: Die Lösung liegt darin, älteren Arbeitslosen etwas länger Bezugsdauer von ALG I zu gewähren und dafür bei jüngeren den Anspruch auf ALG I statt bisher nach zwei künftig erst nach zweieinhalb Jahren zu gewähren. Das wäre kostenneutral und würde auch eine Senkung der Arbeitslosenbeiträge erlauben. EQUUS I NORGE: es macht keinen sinn mehr oder laenger alg 1 zu zahlen...die leute muessen in arbeit... Gerd Langguth: das ist richtig. die ALG-Reform zielte darauf, möglichst viele Menschen rasch in Arbeit zu bekommen. Da aber ein älterer Arbeitsloser regelmäßig länger braucht, bis er wieder einen Arbeitsplatz findet, muss auch das ihn unterstützende Arbeitslosengeld I etwas länger gewährt werden. Jüngere werden durchweg schneller vermittelt. polarius: Ich bin mit dem Herrn Sommer überhaupt nicht einverstanden! Ich war schon bei vielen Unternehmen beschäftigt, und habe festgestellt, dass die Mehrheit der Angestellen überhaupt nicht motiviert sind und sie nur darauf ausgerichtet sind ihre Ruhe in Form von Frührente oder der gesetzlichen Rente zu erreichen. Wer glaubt schon, dass diese Menschen auch nach dem sie Arbeitslosengeld bekommen, interresse haben eine neu Arbeit zu finden!? Nur indem man denen die finanzielle Stützr wegnimmt, fangen sie an sich um eine neu Stelle zu kümmern! Gerd Langguth: Da bin ich anderer Meinung. Die meisten Menschen leiden sehr unter Arbeitslosigkeit. Man kann ein S< vorkommt, wieder immer dieser wenn auch Mißbrauch, seinem von nicht> (Antwort unvollständig, technisches Problem!) EQUUS I NORGE: und den einen nehmen ums den anderen zu geben løst nichts! berlin direkt: Liebe Chatter, bis 20.00 Uhr können Sie Ihre Fragen an den Politikwissenschaftler Gerd Langguth stellen - rund um das Thema SPD und die Debatte um das Arbeitslosengeld I. berlin direkt: Liebe Chatter, es gibt ein kleines technisches Problem, daher bitten wir Sie um einen Moment Geduld, bis es weitergeht! Sorry... Gerd Langguth: wieder da berlin direkt: Gut, können Sie die Frage von Equus i Norge noch einmal beantworten? Gerd Langguth: doch, weil jüngere schneller vermittelt werden als ältere, ist ein solcher Ausgleich sinnvoll NoWhere: Eine verlängerung des ALG1 ab 45/55/etc würde doch wiedermal nach dem 'Giesskannen Prinzip' funktionieren und hätte nichts mit 'mehr Gerechtigkeit' zu tun. ALG1 anhand der Beitragsjahre jedoch schon. Wie sehen Sie die Chancen dafür ? Gerd Langguth: Ich glaube, dass sich die längere Bezugsdauer an den Beitragsjahren orientieren wird. Das ist einfach gerechter, als nur auf das Lebensalter zu schauen. nighthawk1980: was halten sie von der einschätzung vieler medien, dass kurt beck nach einem "sieg" im innerparteilichen machtkampf und einem möglichen rücktritt münteferings als vizekanzler nach berlin wechselt. wäre beck nicht als ministerpräsident von rheinland pfalz viel freier mit seiner themensetzung im anstehenden wahlkampf als wenn er sich der richtlinienkompetenz der kanzlerin unterordnen müsste? Gerd Langguth: Ich glaube, Beck scheut den Gang ins Kabinett. Von Mainz aus kann er munter Forderungen erheben, für deren Einlösung andere zuständig sind. Ich bin allerdings überzeugt, dass das die Bevölkerung auf Dauer auch so sieht. TBehrens: Herr Langguth, wie beurteilen Sie die Positionierungen der Herren Steinmeier und Steinbrück in der Auseinandersezung zwischen Beck und Müntefering? Gerd Langguth: Ihr Herz schlägt für Müntefering, ihr Verstand lässt sie auf Beck blicken. Beide wollen sich möglichst gut positionieren und Becks Stellvertreter werden. berlin direkt: Liebe Chatter, es läuft wieder alles bei uns, daher können Sie weiter Ihre Fragen stellen. Dies ist allerdings ein moderierter Chat, d.h. alle Fragen gehen zuerst an den Moderator und werden dann an den Experten weitergeleitet. Leider können wir nicht alle Fragen berücksichtigen, bemühen uns aber so viel wie möglich weiterzuleiten. Summerset: Die ALGI Diskussion ist größtenteils eie Scheindiskussion. das ALG1 reicht nämlich für viele sowieso nicht aus, u die Grundbedürnisse Wohnung und Erährung zu decken. Dann bekommen die leute eben Zuschuss aus einem andere Topf, u auf Miete und 345 Eur zu kommen wie jemand der komplett aus ALGII leben muss. Was soll das Ganze also? Gerd Langguth: Der entscheidende Unterschied von ALG I zu ALG II ist es, dass beim ALG I keinerlei Anrechnungen stattfinden. Das ist ein klarer Versicherungsanspruch. Bei ALG II muss man sich Eigentum und andere Einkommen anrechnen lassen. patrickgrauelJU: Herr Prof Langguuth, was halt sie von einer radikalen Lösung, in der VWL heißt es, dass 4%arbeitslosigkeit normale sucharbeitlosigkeit sind - diese sind nach 4 Monaten wieder im Job, wäre es sinnvoll die ersten 3 Monate einer Arbeitslosigkeit als lebensrisiko einzustufen und nicht zu bezahlen? Gerd Langguth: Davon halte ich nichts. Wir wissen, dass gerade Jüngere oft für kürzere Zeiträume arbeitslos sind. Das ist aber gleichzeitig die Zeit, in der sie sich für Familie entscheiden. Ihr Vorschlag würde dazu führen, dass viele Menschen die Familienphase noch weiter hinausschieben. Das wäre demographisch eine Katastrophe. EQUUS I NORGE: ich denke zuerst muesste bei der wirtschaft ein umdenken einsetzten... ein gestandener arbeitnehmer ist fuer mich jedenfalls wertvoller, als ein junger unerfahrener-nur beide gruppen bringen sich gegenseitig vorran. die eierlegende wollmilchsau gibts nicht und ich kann von einen 25 jaehrigen keine berufserfahrung erwarten...das kann ich aber von einem 45 jaehrigen....also was soll das? kwauka: Ich finde die Diskussion überflüssig. Ich würde eine Diskussion begrüßen, mit Arbeitgebern, warum noch immer soviel über 50 jährige arbeitslos sind. Arbeitgeber sollen einmal sagen, was sie von 50 jährigen erwarten. Gerd Langguth: Ich stimme der These voll zu, dass Kompetenz und Leistungsfähigkeit der älteren Arbeitnehmer von vielen Unternehmen unterschätzt werden. Das kriegen wir aber leider durch einen Chat nicht geändert. Die Sozialpolitik muss die unterschiedliche Vermittlungsgeschwindigkeit bei Älteren und Jüngeren eben doch berücksichtigen. Cyranosschwester: Ich dacht immer es die zwei wichtigsten Aufgaben des Staates wären für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu sorgen, aber da habe ich mich - wie so viele ander Langzeitarbeitslsoe wohl geirrt.... Gerd Langguth: Die beiden wichtigsten Aufgaben des Staates sind der Schutz seiner Bürger und die Wahrung von Entwicklungschancen. Glücklicherweise ist das Wirtschaftswachstum wieder angezogen und hat auch den Arbeitsmarkt erreicht. Ich wünsche von Herzen, dass auch Sie eine Chance bekommen. ManEvA: Man sollte auch den Arbeitgeber stärkere Überwachung angedeihen lassen daoftmals nach der Entlassung von Beschäftigten sich über Agenturen Neue mit niedrigen Gehalt und staatlich bezuschußt für die gleiche Arbeit zu besorgen.So steigt sein Profit auf Kosten der Arbeitnehmer und sogar vom Staat gefördert. Da gehört ein Riegel vor. Gerd Langguth: Die Idee der Leiharbeit ist die Überbrückung von Engpässen, aber nicht der dauerhafte Ersatz von Arbeitnehmern, die im Betrieb selbst gebraucht werden. Auf Dauer geht es nicht gut, wenn gemischte Belegschaften zu unterschiedlichen Bedingungen lange zusammenwirken müssen. berlin direkt: Liebe Chatter, wir kommen nun zur letzten Frage für heute. nighthawk1980: ich bin hin- und hergerissen im spd-machtkampf: es scheint mir, als hätte müntefering inhaltliche die besseren argumente (mehr fordern, arbeit vermitteln). aber ist nicht der vorstoß von beck strategisch einfach unausweichlich für die spd, wenn sie sich für den wahlkampf 2009 zwischen linkspartei und union positionieren will? aber lohnt es sich dafür, die gesamte agenda-freundliche regierungsriege der spd (müntefering, steinemeier, steinbrück) zu diskreditieren? Gerd Langguth: Sie haben Recht. Beck zahlt einen hohen Preis und gegen die beiden Igel Lafontaine und Gysi wird er immer nur den Hasen spielen können. Der SPD kann ich nur raten, in schwierigen Situationen hilft nur die Wahrheit. Es kann nur verteilt werden, was zuvor erwirtschaftet wurde. berlin direkt: Liebe Chatter, vielen Dank für Ihr reges Interesse an unserem Thema und die vielen Fragen an unseren Experten, den Politikwissenschaftler, Gerd Langguth. Wir wünschen allen Chattern noch einen schönen Abend und einen besonderen Dank an Herrn Langguth. Tschüss, bis zur nächsten Woche Gerd Langguth: Tschüss auch meinerseits!
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