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aus: Schweriner Volkszeitung, 17. November 2010
Rebellion nicht ausgeschlossen
Politikforscher Prof. Gerd Langguth über Merkels Macht und Ihre Vize Mit Prof. Gerd Langguth sprach Andreas Herholz Kein Aufstand, keine Rebellion trotz schlechter Umfragewerte. Übt sich die CDU einmal mehr als Kanzlerwahlverein? Langguth: Jeder Parteitag hat immer etwas Ritualhaftes. Das ist auch bei den Grünen oder der SPD nicht anders. Dieser Parteitag diente vor allem dem Machterhalt von Angela Merkel. Wenn sie die Landtagswahlen 2011 halbwegs gut übersteht, wird sie die Union in die nächste Bundestagswahl führen. Denn der nächte Wahlparteitag wird ein Jahr vor den Bundestagswahlen durchgeführt. Die CDU wird nicht kurz vor der Bundestagswahl die Pferde wechseln. Völlig ausschließen würde ich im Falle starker Wahlverluste nicht eine Rebellion in der Bundestagsfraktion, auch wenn ich das im Moment für wenig wahrscheinlich halte. Merkel wird sich dann aber möglichst warm anziehen müssen. Hat sich die CDU-Chefin mit der Stellvertreter-Riege eine Parteiführung nach ihrem Geschmack organisiert? Jeder ist ersetzbar, auch ein Roland Koch, Christian Wulff oder Jürgen Rüttgers. Die Parteiführung ist deutlich verjüngt worden. Ob die neuen Stellvertreter wirklich alle Merkel-Fans sind, wird sich erst in einer echten Krisensituation erweisen. Ursula von der Leyen ist absolut loyal gegenüber der Kanzlerin, aber auch sie dürfte in den Startlöchern für eine Nachfolge sein. Norbert Röttgen will selber Kanzler werden. Dieses Ziel wird er konsequent verfolgen. Annette Schavan ist mit der Kanzlerin persönlich befreundet, von ihr gehen keine Gefahren aus. Volker Bouffier muss sich auf sein Land als noch relativ junger Ministerpräsident konzentrieren.
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