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aus: Ruhr Nachrichten, 17. November 2010

 

„Merkel wird mit Ergebnis zufrieden sein“

 

Kein Aufstand, keine Rebellion trotz schlechter Umfragewerte. Übt sich die CDU einmal mehr in der Rolle des Kanzlerwahlvereins?

Gerd Langguth: Jeder Parteitag hat immer etwas Ritualhaftes. Das ist auch bei den Grünen oder der SPD nicht anders. Dieser Parteitag diente vor allem dem Machterhalt von Angela Merkel. Sie hat die große Mehrheit der Delegierten hinter sich gebracht. Sie wird mit ihren neunzig Prozent zufrieden sein können, auch wenn sie fünf Prozentpunkte verloren hat. Wenn sie die Landtagswahlen im kommenden Jahr halbwegs gut übersteht, wird sie die Union in die nächste Bundestagswahl führen. Denn der nächte Wahlparteitag wird ein Jahr vor den Bundestagswahlen durchgeführt. Die CDU wird nicht kurz vor der Bundestagswahl die Pferde wechseln.

Hat sich die CDU-Chefin mit der Stellvertreter-Riege eine Parteiführung nach ihrem Geschmack organisiert?

Jeder ist ersetzbar, auch ein Roland Koch, Christian Wulff oder Jürgen Rüttgers. Die Parteiführung ist deutlich verjüngt worden. Ob die neuen Stellvertreter wirklich alle Merkel-Fans sind, wird sich erst in einer echten Krisensituation um Angela Merkel erweisen.

Immer wieder wird der Ruf nach einem konservativen Profil laut. Auf dem Parteitag war davon aber kaum die Rede.

Die Diskussion über das Konservative in der CDU ist teilweise eine Phantomdebatte. Diejenigen, die ein stärkeres konservatives Profil fordern, sollen doch erst einmal definieren, was sie genau darunter verstehen. Die Kritiker selbst haben bisher kein überzeugendes konservatives Konzept vorgelegt. Die CDU war nie eine rein konservative Partei.