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aus: Lausitzer
Rundschau, interview, 4. März 2011
Guttenberg kommt
wieder
Nachgefragt Herr
Langguth, Berlin geht allmählich wieder zum Tagesbetrieb über. Wie schätzen Sie
als Politikwissenschaftler die Lage ein – ist die Affäre Guttenberg
ausgestanden?
Nein, denn erst
einmal müssen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Betruges
abgeschlossen sein. Außerdem gibt es noch ein Verfahren an der Universität
Bayreuth, wo geklärt wird, ob er vorsätzlich getäuscht hat. Erst, wenn beides
vorbei ist, kann Herr zu Guttenberg mit seinem Bußgang beginnen.
Aber für Kanzlerin Angela Merkel ist die Sache doch durch die schnelle
Kabinettsumbildung zu Ende?
Auch nicht. Sie hat zwar schnell gehandelt, aber es rumort noch in der Partei
und in der Bevölkerung. Und wenn die Wahlen vor allem in Baden-Württemberg für
die CDU schlecht ausgehen sollten, wird man fragen, ob das auch mit dem
Guttenberg-Rücktritt zusammenhängt.
In der Union glaubt man, dass der Fall gerade noch rechtzeitig geklärt wurde,
um genug Abstand zu den Wahlen zu gewinnen.
Es war eine Minute vor Zwölf. In seiner Bedeutung für die Landtagswahlen wird
dieser Fall überschätzt. Aber wenn der Urnengang für die Union schlecht ausgeht,
kommt er in der innerparteilichen Diskussion trotzdem mit auf die Rechnung. Und
dann wird man auch nach Merkels Krisenmanagement in dieser Sache fragen.
Rechnen Sie mit einem Comeback Karl-Theodor zu Guttenbergs?
Ja, davon bin ich sogar ziemlich überzeugt. Dabei hilft ihm, dass er bei den
Mitgliedern der CSU sehr beliebt ist und bleiben wird. Er wird jetzt erst einen
Bußgang absolvieren, und dann versuchen, ein Hochamt zu übernehmen. Nämlich eine
der beiden Positionen Seehofers, den CSU-Vorsitz oder das Amt des bayerischen
Ministerpräsidenten. Das bringt ihn dann auf die Bundesebene zurück.
Mit dem Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth sprach Werner Kolhoff.
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