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16. August 2011, aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ)
CDU-Mitglieder haben strengere Moral" Der Bonner Politik-Professor Gerd Langguth hält nun eine erneute Kandidatur von Peter Harry Carstensen für möglich. VON ARNOLD PETERSEN Wie groß ist der politische Schaden für die CDU? Für die CDU im Land ist das ein schwerer Schlag. Sie hat ihren Spitzenkandi-daten für die Landtagswahlen verloren. Aber unter der Regie von Ministerpräsident Peter Harry Carstensenist es zu einer schnellen Entscheidung gekommen. Herr von Boetticher ist zurückgetreten. Die CDU war zur Selbstreinigung in der Lage. Worin liegt der Tabubruch von Boet-ichers? Er hat gegen kein Gesetz verstoßen. Politiker werden bei solchen Tabubrüchen härter bestraft als Privatleute. Sie müssen sich viel stärker vorsehen als Krethi und Plethi, gerade auf dem Feld des Erotischen. Herr von Boetticher hat das nicht bedacht. Ein Politiker muss immer wissen, wenn er sich auf etwas einlässt, ob er damit erpressbar ist oder nicht. Das ist die Lehre von der Geschichte. Hat die CDU eine strengere Moral? Ja, die CDU-Mitglieder haben in diesem Punkt eine strengere Moralauffassung. Viele von ihnen sind kirchlich gebunden. Aus Schleswig-Holstein habe ich eine Reihe empörter Stimmen gehört. Herr von Boetticher war als Spitzenkandidat nicht haltbar. Von Boetticher war Carstensens Kronprinz. Beschädigt dessen Ende auch ihn? Nein, Herr Carstensen hat die Dinge frühzeitig erkannt und Herrn von Boetticher zur Klarstellung gedrängt. Meines Erachtens hat der Ministerpräsident eine weiße Weste. Auszuschließen ist nicht, dass manche in der CDU nun Herrn Carstensen bedrängen, noch einmal anzutreten. Für die Chancen der CDU wäre das vielleicht gar nicht schlecht. | |||||||||||||||||||||||||||||