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Hannoversche Neue Presse, 25. Juli 2008
„Er ist eine Art politischer Pop-Star“ Deutsche Politiker können von Barack Obama viel lernen, meint der Politikwissenschaftler Gerd Langguth. VON ANDREAS HERHOLZ Deutschland im Obama- Fieber – echte Begeisterung oder eine Medieninszenierung? Das ist auf der einen Seite eine Medieninszenierung, auf der anderen Seite aber auch echte Begeisterung. Viele Deutsche haben die Amtsperiode von George W. Bush als bleierne Zeit empfunden. Viele sind von dem großen Charisma von Barack Obama fasziniert. Was macht diese Faszination aus? Können deutsche Politiker von dem Senator lernen? Schon sein Lebenslauf fasziniert: Er hat kenianisch-amerikanische Wurzeln und auch deutsche Vorfahren. Er steht für den amerikanischen Traum, für den Aufstieg ganz nach oben. Dass er es zum Senator gebracht und jetzt die Chance hat, amerikanischer Präsident zu werden, macht ihn für viele interessant und zu einer Art politischem Pop-Star. Vor allem aber zeichnet ihn eins besonders aus: Er hat die Fähigkeit, die Menschen zu begeistern. Er gibt den Menschen den Glauben an die Politik zurück. Davon können deutsche Politiker viel lernen. In Deutschland finden sie keinen Politiker mit seinem Charisma. Man vergleiche nur die Slogans: „Yes, we can!“ bei Obama und „Sanieren, reformieren, investieren“ bei Angela Merkel. Das eine klingt nach Aufbruch, das andere nach Bürokratie. Die Deutschen tun sich allerdings auf Grund ihrer Geschichte generell damit schwer, ihre eigenen Politiker zu bejubeln. Was würde ein amerikanischer Präsident Obama für die deutsch-amerikanischen und transatlantischen Beziehungen bedeuten? Mit einem neuen amerikanischen Präsidenten könnten die Beziehungen sogar schwieriger werden. Das gilt für Obama wie für den Republikaner McCain. Wenn die Zeit der amerikanischen Alleingänge endet, bedeutet das auch mehr Verantwortung für Deutschland und Europa. Der nächste US-Präsident wird die deutsche Regierung stärker in die Pflicht nehmen. | |||||||||||||||||||||||||||||