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aus: Express, Interview, 20. Februar 2011

 

Hamburg ist kein Vorbild für Bundes-SPD

 

Von Solveig Giesecke

Herr Langguth, kann man die Hamburg-Wahl als Stimmungstest für die noch folgenden Wahlen sehen?
Langguth: Nein, die Hamburger haben vor allem nach lokalen Gesichtspunkten gewählt. Dennoch ist die Wahl symbolhaft für die SPD. Sie zeigt, dass die Partei, die bundesweit um die 25% liegt, wieder siegen kann. Es ist aber nicht zu erwarten, dass die Sozialdemokraten auch in anderen Bundesländern so stark zulegen wie in Hamburg.

Kann die SPD von Scholz siegen lernen, der mit Slogans wie „Seriosität“ und „Verlässlichkeit“ sowie dem Versprechen eines „soliden Haushalts“ die Mittelschicht angesprochen hat?
Das ist ein optimales Modell für Hamburg, eine Stadt, in der Patrizier und Arbeiter traditionell ein Bündnis eingehen, wenn es um die Wirtschaft geht – Beispiel: Elbausbau. Das ist aber kein Modell für die SPD im Bund oder in anderen Bundesländern.

Was bedeutet das Ergebnis für Frau Merkel und die CDU?
Frau Merkel und die CDU werden mehr kämpfen müssen. Denn erneut zeigt sich, dass die konservative Basis in den Großstädten bröckelt.

Könnte das Frau Merkel als Regierungschefin schwächen?
Nein, das nicht, sie ist nicht gefährdet. Sie und die Regierung müssen nun natürlich stärker den Kompromiss mit der Opposition suchen wegen der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat.

Die FDP ist zurück ...
...Herr Westerwelle wird das gnadenlos für sich und bundespolitisch nutzen. Dabei sind vor allem FDP-Wähler zurückgekehrt, die früher Ole von Beust gewählt haben.