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dpa-Gespräch, 23. Mai 2007 Politologe: Bundestagsdebatten müssen interessanter werden
Berlin (dpa) - Der Bundestag darf nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Gerd Langguth durch Talkshows nicht ins Abseits geraten. «Der Bundestag muss sich überlegen, wie er auch durch seinen Debattenstil interessanter wird», sagte der Bonner Professor am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. «Talkshows wurden zu einer Art Neben-Parlament und haben in der politischen Meinungsbildung inzwischen dem Bundestag den Rang abgelaufen.» Das Parlament solle noch schneller auf aktuelle Themen reagieren. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte Politikern eine zweijährige Talkshow-Pause empfohlen.
Langguth hält dies für unrealistisch. «So berechtigt die Forderung sein mag: Niemand wird sich daran halten», sagte er. «Im Fernsehen aufzutreten symbolisiert Macht und Einfluss.» Die Talkshows dienten der persönlichen Profilierung von Politikern, seien aber «nicht mehr wegzudenken». Die Gesprächssendungen nehmen nach Einschätzung von Langguth zwar keine politischen Entscheidungen vorweg, seien aber oft Ausgangspunkt für Diskussionen etwa über künftige Koalitionen. Der Politologe warnte vor negativen Folgen der öffentlichen Meinungsbildung durch Talkshows. «Das Marktschreierische steht häufig im Vordergrund und nicht die Information», sagte Langguth. Oft könnten Argumente nicht zu Ende geführt werden oder Nebenaspekte würden zu Hauptaspekten erklärt. «Zum Schluss bleibt der irritierte Bürger zurück.» Außerdem erschienen die «extremsten Positionen» zum Beispiel von «geschickt und populistisch auftretenden Nicht-Politikern» häufig als Normalität des Lebens.
Gespräch: Marc-Oliver von Riegen, dpa dpa vr yydd w4 li 231509 Mai 07
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