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aus: Berliner Kurier, 21. Februar 2011

 

Die SPD kann wieder siegen

 

Berliner KURIER: Herr Professor Langguth, kann man die Hamburgwahl als Stimmungstest für die noch folgenden Wahlen sehen?

Langguth: Nein, die Hamburger haben vor allem nach lokalen Gesichtspunkten gewählt. Dennoch ist die Wahl symbolhaft für die SPD. Sie zeigt, dass die Partei, die bundesweit um die 25 Prozent liegt, wieder siegen kann. Es ist aber nicht zu erwarten, dass die Sozialdemokraten auch in anderen Bundesländern so stark zulegen wie in Hamburg.

Kann die SPD von Scholz siegen lernen, der mit Slogans wie "Seriosität" und "Verlässlichkeit" sowie dem Versprechen eines "soliden Haushalts" die Mittelschicht angesprochen hat?

Das ist ein optimales Modell für Hamburg, eine Stadt, in der Patrizier und Arbeiter traditionell ein Bündnis eingehen, wenn es um die Wirtschaft geht - Beispiel: Elbausbau. Das ist aber kein Modell für die SPD im Bund oder in anderen Bundesländern.

Was bedeutet das Ergebnis für Frau Merkel und die CDU?

Frau Merkel und die CDU werden mehr strampeln, mehr kämpfen müssen. Denn erneut zeigt sich, dass die konservative Basis in den Großstädten bröckelt.

Könnte das Frau Merkel in ihrem Amt als Regierungschefin schwächen?

Nein, das nicht, sie ist nicht gefährdet. Sie und die Regierung muss nun natürlich stärker den Kompromiss mit der Opposition suchen wegen der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat.