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Oldenburgische Volkszeitung, 26. Juli 2008
„Klimakanzlerin“ bleibt weiter oben Neufassung von Langguths Merkel-Buch Der Bonner Politikwissenschaftler hat sein hochgelobtes Buch über „Angela Merkel – Aufstieg zur Macht“, das 2005 erstmals erschien, jetzt um ein aktuelles Kapitel mit einer Analyse der Großen Koalition erweitert und auf den neuesten Stand gebracht. Langguth schildert in seiner Biographie auch Merkels frühe Jahre und geht der Frage nach, wie viel DDR noch in der Kanzlerin „steckt“. Dazu gehört zum Beispiel die „beredte Sprachlosigkeit“, jene Art über sich zu erzählen und trotzdem wenig preiszugeben. Das führt zurück auf das „Leben in zwei Welten“ in der früheren DDR, in der man lernte, gegenüber manchen Menschen nie zu offenbaren, was man wirklich denkt. Langguths Thesen sind spannend und gut nachzuvollziehen. So zum Beispiel, dass die Kanzlerin mit dem „Klimawandel“ ihr Lebensthema gefunden habe und ihre pragmatische Art zu regieren es ihr ermöglicht, auf viele politische Konstellationen einzugehen: „Diese Frau spielt mit dem höchsten Einsatz. Sie kann alles gewinnen oder alles verlieren. Bislang hat sie alles gewonnen.“ Und sie verfolge so auch das Ziel, die lange Regierungszeit Helmut Kohls zu übertreffen. Zum Schluss widmet sich Langguth der interessanten Erkenntnis, dass es keine Witze über Angela Merkel gibt. Sie habe Themen so ernsthaft und mit solchem Fleiß besetzt, dass es niemandem einfallen würde, Witze zu reißen. Langguths Resümee: „Von der Klimakanzlerin werden wir noch lange hören.“ Und damit korrigiert der Autor seine ursprüngliche Ansicht, dass sich Merkel trotz ihres „Willens zur Macht“ nicht lange an der Spitze halten könne. | |||||||||||||||||||||||||||||