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ekz-Informationsdienst vom Juli 2008

von Klaus Hohlfeld

Politische Macht, gerade wenn sie in der Demokratie zeitlich begrenzt bleibt, entfaltet sich aus einem Produkt von öffentlicher Wirkung und Personalbeeinflussung (vgl. auch vom gleichen Verfasser: „Das Innenleben der Macht“, BA 1/02). Diese Erkenntnis entwickelt der Bonner Politologe exemplarisch anhand von Aufstieg und Machtentfaltung der Kanzler Kohl, Schröder und Merkel. Er breitet eine Fülle von glänzend recherchiertem biografischen Material aus, auch von Mitstreitern und Widersachern der 3 Politiker. Es gibt viel Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Stile und Motivationen. Kohl setzte auf persönliche Stärke, Schröder betonte den sozialen Aufsteiger, bei Merkel ist der Leistungswillen ausgeprägt. Sicherlich ist die Sicht des Verfassers einseitig, wenn er sich zu stark auf die Rolle der Kanzler fokussiert. Doch erbringt diese Zuspitzung auf die Bedeutung von Spitzenpolitikern Einsichten in das Wesen der Macht und in Strukturen, wie es sonst nicht möglich wäre. Die hohe Qualität des Buches wird Interesse hervorrufen, besonders im Wahljahr.