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Lausitzer Rundschau, 29. Juni 2009 

Kritischer Vergleich der „Machtmenschen“ im Kanzleramt

Wie erklimmen Politiker den Gipfel der Macht? Und welche Mechanismen verdrängen sie wieder von dort? Diesen Fragen geht der Publizist Gerd Langguth in seinem neuen Buch „Kohl. Schröder. Merkel. Machtmenschen“ nach.

Der Autor hat einerseits ein sehr subjektives Porträt der Regierungschefs Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel vorgelegt. Gleichzeitig skizziert er eine objektive „Formel der Macht“.

Der größte Vorzug des Buches liegt in der lebendigen Rekonstruktion deutscher Innen- und Außenpolitik, die mit Kohls Aufstieg in der CDU einsetzt. Anhand von Interviews und internen Quellen zeichnet Langguth nach, wie sich drei Menschen bis an die Spitze ihres Landes vorarbeiten und welchen (macht-)politischen Herausforderungen sie sich stellen. So erlebt das Publikum Zeitgeschichte aus der Perspektive des Kanzleramtes beziehungsweise des Innersten der Regierungsparteien. Auch vor psychologischen Deutungen schwieriger Etappen der Protagonisten schreckt Langguth nicht zurück. Diese allerdings hinterlassen manch merkwürdigen Beigeschmack.

Vor allem die Ausführungen zur gegenwärtigen Bundeskanzlerin offenbaren die Probleme des Vergleichs. Während Kohl und Schröder in einer bisweilen hämischen Gesamtschau analysiert werden, steht Merkels Bilanz noch aus. So wird deutlich, dass vor allem die Perspektive den (vergleichenden) Blick auf die Mächtigen bestimmt.